Der halbe Weg zum Gipfel

Was in der Jugend Auszeichnung und Zierde ist, kehrt sich, gibt man nicht acht, in der Erwachsenen- und Entwachsenenzeit leicht in sein Gegenteil. Naiver Idealismus mobilisiert die Kräfte des jungen Aufbegehrens. Müßte die Welt nicht besser sein, als sie ist. Könnte sie nicht schöner sein. Sollte sie nicht gerechter sein. Da braucht man keine Fragezeichen. Ja, das gelebte Leben ätzt sich in die Haut und in die Sinne. Als Erwachsener ist man ja bereits halb bewußtlos geschlagen und taumelt dennoch weiter, von Arrangement zu Kompromiß, und hofft zugleich, daß sich noch etwas retten läßt vom Idealismus der früheren Jahre, einem Idealismus, der zwar als naiv abgetan werden mag, aber dennoch einen Kern enthielt, den zu bewahren sich lohnt – und sei es, um nicht ganz aufzugehen im Bestehenden, das seine Rechtfertigung daraus bezieht, das es ist. Realität und Idealität umschlingen einander und lassen sich nicht los. Fast so, als sollten sie sich lieben.


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