Bei dem Wort Paar zucke ich ein bißchen zusammen, so wie bei dem Wort Arbeit oder dem Wort … Ich mag auch kaum das Wort Beziehungsarbeit. Allerdings klingt Arbeit hierzulande gut. Es existiert sogar ein Evangelium der Arbeit, und wenn es jemandem schlecht geht, wird besorgt gefragt: Haben Sie denn Arbeit? Wer keine Arbeit hat, der ist schon fast verloren. Wer keine Arbeit hat, der wird wohl kaum gebraucht. Wer gebraucht wird, der hat auch Arbeit. Und wer bin ich, dagegen mich zu wenden. An solchen Allerweltsweisheiten ist was dran, andererseits fallen sie einem auf die Nerven. Das liegt daran, daß sie eng machen, bis es kaum noch Platz gibt. (Die glücklichen Arbeitslosen sind Vergangenheit.) Was bloß macht mir das Wort Paar verdächtig? Ich habe Paar erlebt und fühlte mich streckenweise aufgehoben, wenigstens gebraucht, immerhin beachtet. Ich war wichtig und fühlte mich nichtig. Nein, solcher Scherz trifft nicht das Idiotische, von dem ich sprechen möchte. Aber nicht mehr heute, denn in wenigen Minuten ist Mitternacht. Ich bin froh, daß ich gestern um diese Zeit an Wes Montgomery dachte. Ich höre nun all seine Schallplattenaufnahmen.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.