Wie habe ich die schlimme Zeit durchstehen können. Ich könnte schnell antworten und sagen: mit Filmserien, Bier und einer Handvoll Freunde. Aber auch, dies zur Wahrheit, mit jenen, die sich anders verhielten als ich und anders optierten, aber zu mir standen auf die ihnen noch mögliche Weise. Unsere Verbindung riß nicht ab (das zu unserem Stolz), doch sie litt an Auszehrung. Nicht wir haben uns getrennt, sondern das, was man Politik nennt, bewirkte so etwas wie Entfernung, Entfremdung oder fast schon Trennung des einstmals lebendigen Austauschs. Deshalb ist es wichtig, daß eine Politik veranstaltet wird, die solches nicht kalkuliert einsetzt. Hier die Guten, dort die Schlechten. Sondert sie aus. (Ohne die Schlechten wären die Guten unter sich.)
Ich werde noch mehr zu diesen äußeren und inneren Vorgängen schreiben. Das Nachdenken hat bekanntlich erst begonnen. Zuvor war es gegenwärtiges, ein Augenblicks- und Notwehrdenken. Jetzt erst leben wir im Nach. Möge es dem Denken gut tun, auch meinem eigenen. Fast schon ein Gebet, wie? Beten heißt bitten, das habe ich gelernt. Wer etwas erschaffen möchte, zum Beispiel ein gerechtes und zutreffendes Bild der Wirklichkeit, ist auf Gnade angewiesen, auf die Gunst eines unbekannten sogenannten Nichts. Je mehr ich verstehe, desto freier fühle ich mich. Der Mensch darf anschlußfähig werden an die Wunder des allezeit vollkommenen Lebens. Wir sollten die Natur nicht verkitschen.
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