(Letzte Woche das Gespräch mit dem Kohlenträger. Seit 1978 schleppt er den Leuten die Heizkohle ans Haus, ins Haus, in den Keller. Dieses Jahr ist Schluß.) Was im letzten Jahr passiert ist, hat es noch nie gegeben. Wir hatten keine Kohle, wirklich nicht. Nichts zu machen. Wenn wir was kriegten, bekamen das die Stammkunden, aber nicht mehr als eine Tonne. Da gab es welche, die sagten, bring mir zwei, ich gebe hundert Euro dazu. Du kannst mir auch fünfhundert geben, du bekommst nur eine Tonne. Andere brauchen auch was und wollen es warm haben. Alle Kohle aus der Niederlausitz geht ins Kraftwerk zur Verstromung, wegen Putin. Was wir kriegen, kannst du an ein paar Fingern abzählen. Wenn du bei uns anrufst, kommst du auf die Warteliste. Mehr können wir nicht tun. Ein bißchen Glück brauchst du auch. Früher dreihundert pro Tonne, vor dem Krieg. Zwischendrin tausend. Jetzt vierhundertneunzig, Ende der Fahnenstange. Sommerpreise. (So habe ich es verstanden. Bevor er mit mir sprach, stapelte er ein paar 25-kg-Bündel um. Er faßte sie an, als seien es Stoffbündel. Fast ohne Mühe – wie es nur ein Künstler kann.)
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