Bleiches Gesicht und ein Lächeln

Die flotten und gut klingenden Aussagen zu Sterben und Tod macht man, wenn es einem gut geht und der sogenannte Ernst des Lebens hinter der nächsten oder übernächsten Ecke vermutet wird. Teenager aber sind todestrunken. Mit neunzehn ist man dann einmal durchs Karussell und fertig. Schon locken sie mit neuen Angeboten. Man soll hochspringen wie ein geifernder Köter, dem an einer Schnur ein Kotelett in den Himmel gezogen wird. Höher und höher. Bloß nicht eine dieser abgerichteten Tölen werden. Dann schon lieber Elite, doch den Eliten fehlt das Niveau. Eine Feierstunde für einen Emeritierten miterleben und man weiß, daß man nicht dazugehören sollte. Wohin also des Wegs. Wie ergibt sich ein solcher, noch dafür der eines eigenen Lebens. Schritt für Schritt gerät das vorwärts, was zart sich zu spüren und wissen beginnt. Schon kommen flotte Sprüche über die Lippen, geradezu profimäßig und routiniert, als sei man Jahrhunderte im Geschäft und plante einen ungewöhnlichen Ausstieg. Ich mach mal den Polnischen, sagen sie und sind gruß- und abschiedslos fort oder tot. Man weiß nie. Ich persönlich habe den Tod gesehen, er saß im schwarzen Kittel unter einer Kapuze auf einem Poller und sah mich kurz nur an. Ich half bei einem Umzug, der Wagen war schon fast leergeräumt. Der Tod grinste und wandte sich ab.


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