Gesellschaftsvertrag

Ob man das Wort Verwöhnung nicht noch einmal fassen sollte? Verwöhnt zu sein bedeutet ja, über Gebühr verhätschelt und versorgt worden zu sein und wäre dessen Folge. Man stellt Ansprüche und wird anmaßend, ohne es vielleicht zu wissen. Man glaubt, etwas stünde einem zu – dabei ist dieses Etwas bereits mehr als man erwarten darf, vielleicht schon Gabe, Geschenk, Gunstbezeugung. Verwöhnen hängt mit sich gewöhnen zusammen, und für die Verwöhnten ist es bedeutend schwerer, sich in mißlicher Lage wiederzufinden. Sie sind es nicht gewohnt, kennen manche Härte nicht, wissen auch nicht um ihren Platz. Das schmerzt. Wie gelangt man zurück in den Stand der kindlicher Privilegiertheit? Dieser Frage gelten fortan die Anstrengungen. Dabei ist die Antwort bereits klar (hart und durchsichtig): Gar nicht. Verwöhnen hieße demnach auch: falsch wohnen lassen. Falsch im Sinne von illusorisch. Eine vorläufige Sicherheit, eine temporäre Versorgtheit. Sie in Gegenwart und Zukunft verlängert wissen zu wollen, mag innere und, sofern man sich verbündet, äußere Kräfte mobilisieren.


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