Leise geht der Wind, es ist Nacht. Der Sommer ist eine Majestät. Sie wird abdanken, wenn die Zeit gekommen ist. Bisher nicht, doch nächster Tage erwarte ich Melancholie. Sie ist die Schwermut des Abschieds und hängt sich nicht an den Winter. Dem Herbst wirft sie sich zu Füßen und behauptet, er sei nichts ohne sie, ein Nichts ohne sie. Wenn die Erde sich früher von der Sonne abwendet, wenn die Luft milchig wird und die Farben an Tiefe gewinnen, hält sie das für die Zeit ihrer größten Schönheit. Naturgemäß hat sie recht. Es wird eine Zeit kommen, da werden wir durch die endlosen Parks schlendern, gut angezogen wirken und Gespräche führen, wie sie sich ergeben angesichts des nahenden Untergangs und der auf solche Art entwickelten Intimität. Kaminfeuer locken, abseits des Rummels stehen die Clubsessel bereit. Es wird serviert. Schmackhaft ist die kommende Zeit. Neuer Wein. Zeit für Gedichte. Wer fragt im Sommer nach Tiefe. Sommer ist ein ersehnter Zustand im Halbkoma, verlebt in kurzen Hosen, T-Shirts und unter meist geschmacklosen Kopfbedeckungen. Der Herbst macht Hoffnung, daß die Leute sich wieder kleiden. Melancholia wird sich verneigen, leicht nur, man sagt auch: unmerklich.
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