Wo soll das hin? (Hauptfrage des eigenen Handelns)

Ich verstehe es nur schwer. Was haben die Leute davon, sich gegenseitig ihrer Abneigung zu versichern? Auch in den Spiel- und Vorführszenen, die aus dem Kino oder Fernsehen oder dem Theater kommen und uns lernen lassen, protzen die Protagonisten und Antagonisten damit auf, daß sie dem jeweils anderen zu erkennen geben, wofür sie ihn halten – nämlich für nahezu nichts oder für gefährlich oder verbrecherisch oder abartig. Wie dumm, sich derart in die Karten blicken zu lassen. Wieder ein Gegner mehr: so wächst die Armee auf der anderen Seite des Flusses durch eigenes Verschulden. Viel Feind, viel Ehr? Eine fragwürdige Devise, übrigens führt sie in die Niederlage, die Deutschen wissen das oder sollten. Ich schlage eine andere vor. Es geht keinen an, was du denkst – es sei denn, du willst. Aber was willst du, wenn du jemanden beleidigst oder brüskierst? Denk an morgen oder übermorgen. Kritisieren heißt nicht beleidigen, sondern respektieren.


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