Großer Nachrichtenwirbel, als sei der Krieg noch immer (und schon wieder) Vater aller Dinge. Doch die Kriege, die registriert und kommentiert werden, sind solche mit Vorankündigung. Es fehlt nicht viel, und man beschriebe sie als tektonische Gesetzmäßigkeiten. Riß- und Bruchlinien tun sich auf und verschlucken Leben. Die Gefühle lassen nicht lange warten, während das Denken einstweilen noch gesperrt ist. Haßentladungen und Rachegelüste, wenig davon unverständlich. Die Menschen haften für die Machtpolitik ihrer Regierungen und Führungen, und zwar mit Leib und Leben; altes Leid setzt sich fort in neuen Geschichten unverzeihlichen Schmerzes. Daraus lassen sich hierzulande Talkshows fabrizieren, in denen die Gäste im Studio vor Kameras angemessene Gefühle zeigen, als sei man auf einer Beerdigung. Nicht hier finden die Bestattungen statt, sondern dort. Ich höre auch dauernd etwas von „den Bildern“ – ob „wir“ die ertragen, wenn es dort noch mehr Krieg gibt. Was uns die Bilder, sind anderen ihr Leben. Es geht nicht darum, welche Bilder wir noch ertragen. Es geht dort einmal mehr nicht um unser aktuelles Befinden.
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