Gestrichelte Linie

Spreche ich die Bauernproteste an, haben die, die ich spreche, bereits davon gehört. Man gesteht ein, zu wenig zu wissen. Die, die ich spreche, wissen aber bereits, daß die Bauern unterwandert werden oder sich möglicherweise mißbrauchen lassen. Das kleine bürgerliche Milieu, dem ausnahmslos alle, die ich spreche, entstammen, hat mit den Bauern nichts zu tun. Nur als Kinder einst, da gab es einmal Ferien auf dem Bauernhof, da durfte man Kühe streicheln und den Schweinchen in die Nasenlöcher fassen. Bauern interessieren nicht. Es gibt solche Sendungen wie „Bauer sucht Frau“, da tauchen sie auf, zum Spott der anderen. Bauern sind die in den Gummistiefeln, die mit der Siebzigstundenarbeitswoche und keinem Urlaub. Bauern sind eine bedauernswerte Minderheit in dieser Gesellschaft, sie sind notwendig wie Handwerker und andere Bestelldienste auch. Zwischen Bauern und Bürgern verläuft eine Grenze, die ich täglich überquere.


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