Hotelflure

Da ich von Kindheit an Katastrophiker bin, muß ich nicht auch noch Apokalyptiker sein. Andere springen ein und erfüllen halbwegs die tradierten Rollenanforderungen. Der Katastrophiker ahnt das zeitaktuelle Zuschlagen eines Unheils oder wittert eine sich demnächst entladende Spannung – oder fürchtet sie auch bloß. Mir ist all die Jahre meines bisherigen Lebens undeutlich geblieben, ob die Ursache solch vermeintlichen Erkennens in ausgeprägter Sensibilität liegt oder in kreativer Erschaffung eines denkbaren Auswegs in auswegloser Situation, einem gewaltsamen Entkommen demnach. Seit ich mich zu erforschen begonnen habe – denn das war nötig – bin ich insbesondere skeptisch gegenüber (eigenen) Ideen und Interpretationen. Ich lebe gleichsam auf doppeltem Boden. Die Aufgabe besteht darin, jeweils zu wissen, auf welcher Etage ich mich befinde.


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