Hundert Jahre Einsamkeit oder Das Herz ist ein einsamer Jäger. Wunderschöne Buchtitel. Viel schöner als Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, wenngleich auch der sehr schön ist. Ich mag offenbar die poetische Einsamkeit. Sie ist Voraussetzung für so vieles. Soll ich aufzählen, wofür? Für die Stille als Wortlosigkeit. Für die Wege durch das, was wir die Natur nennen. Für die Verzweiflung auch, die an uns rütteln muß wie der Sturm an einer alten Scheune. Für die Nacht und ihre leisen Geschenke. Wunderschön ist ein zu Unrecht als abgegriffen empfundenes Werturteil. Schön wie ein Wunder, sofern denn Wunder schön sein müssen. Ist ein häßliches Wunder denkbar? Das Schöne sei das Wahre, wenngleich das Wahre nicht schön sein muß. Mit der Wahrheit soll man vorsichtig Umgang pflegen. Als Mensch darf man sich ihr nähern, tritt man zu nahe heran, geht man in Flammen auf.
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