Das Freudenfest der Befreiung und des Lebens, von dem der alte Italiener sprach, als er sich ausmalte, wie es sein würde in zwei oder drei Jahren, wenn die Pandemie vorüber wäre, ist ausgeblieben. Wir sind nicht zurück ins Leben gekehrt. Manche tragen noch immer Atemschutzmasken. Vielmehr ist auf die bestehende und vergehende eine neue Krisenlast gelegt worden, und auf diese wieder eine andere. So keuchen wir hier herum in böser Vorahnung, daß es uns bald noch schlimmer erwischen kann und das Unheil vorerst endgültig über uns zusammenschlägt, wie es das jetzt bereits woanders tut. Deshalb gurgeln wir herum und geben merkwürdige Geräusche von uns und sind anzutreffen in unseren Verstecken und fauchen wie die Eidechsen, wenn uns jemand aufspürt und fragt, ob es nicht gut sei, unter die Sonne zu treten als freier Mensch und den Sinnen Auslauf zu gewähren und auch das Denken zu entriegeln und ein paar schöne Sätze zu formulieren, die ausnahmsweise einmal nicht dazu dienen, irgendwen zu diffamieren. Der Frühling soll das jetzt leisten. Er wird einiges leisten, dessen bin ich gewiß. Es wird Unerwartetes geschehen. Die Pest verändert alles, selbst wenn sie keine Pest war. Die Zeitenwende ist längst eingetreten, aber sie ist eine andere, als Politiker sie sich vorzustellen oder zu beabsichtigen vermögen.
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