Geisterhaftes Nachwehen

Manchmal noch durchzuckt es mich: Darf ich hier überhaupt hinein? Oder kurz vor Betreten der Untergrundstation: Habe ich mein Testergebnis dabei? Wo ist die Maske? Dann fällt das ab, dann laufe ich weiter, gehe meiner Wege. Jetzt reden sie von politischer Aufarbeitung – ja, mögen sie das tun. Es wird wichtig sein, solches zu versuchen: damit es sich nicht wiederholt. Nicht noch einmal möchte ich das erleben. Beim Spazierengehen erinnerte ich mich an kognitive Dissonanz. In die geriet ich dauernd, man kann das nachlesen, ich lösche nichts. Ich erinnere mich an die Menschensortierung nach den G-Kriterien, angeblich logisch und wissenschaftlich abgesichert, sonstwo ausgeheckt, ich nannte sie faschistisch, denn ich habe in Schule und Studium und Leben aufgepaßt und lasse mich nicht aussortieren, ohne mich zu wehren. Betreten schauen sie nun alle, die sich nicht gewehrt haben. Was kann ich dafür. Ich kann mich nicht für sie wehren, das müssen sie zukünftig selbst hinbekommen. Deshalb lernt man doch. Dafür ist das Leben da, gleich neben dem Tod.


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