Kochen und Küche

Je älter ich werde, desto mehr faszinieren mich Familien. Nachdem ich sie nicht länger abwehren muß, fangen sie an, mir zu gefallen. Gott, wie abhängig sie voneinander sind, sie allesamt, die Mitglieder. Niemand kommt ungeschoren davon. Menschen sind engsoziale Wesen, sie hängen aneinander wie Bedürftige, wie Saugende, wie Abhängige. Sie sollen sich lösen, aber sie können nicht. Sie gehören zueinander, aber sie wollen nicht. Dazu noch die Familiengeschichte: dieses Sammelsurium an verschwiegenen Schandtaten, aufgetischtem Heldentum und glorifizierter Duckmäuserei. Man müßte ausspucken vor den Seinen oder salutieren, je nachdem. Wer sich von einem in der ganzen Mischpoke verstanden fühlt, hat bereits einen Freifahrtschein ins, naja, Glück. Manche Familien ähneln Bollwerken, man sieht nicht durch, meint jedoch geisterhaft Schreie zu vernehmen, andere sind locker verstreut wie campierende Sonnenfreunde an den schönen Stränden. Und so weiter. Familein sind niemals langweilig, selbst wenn das behauptet worden ist.


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