In die alte Heimat fahren: sehen und fühlen und auch denken, sich an Geschehnisse erinnern, ganz ohne Schlußstrich-Idee, denn das Leben fließt und läßt sich nicht ungeschehen machen. Selbst das, was nicht mehr existiert, wird anwesend im Aufruf der Erinnerung. Ich muß solchen Aufruf gar nicht erst starten, er startet von selbst, ich möchte mich manchmal nur ein wenig wehren dürfen und, falls das gestattet ist, auch auswählen, was da heranschießt und bedacht zu werden wünscht, ausgelöst durch ein Gespräch mit einer lebensklugen Verwandten. Wer sind wir denn, daß wir uns derart kennen und nicht zuende kennen können. Welche Bewandtnis hat es, daß die Wege von Menschen sich kreuzten und verbanden und zum Beispiel jemand wie ich dabei heraussprang. Da läßt sich schwer mit einem Schulterzucken das Weite suchen, ohne das Weite je finden zu können. Was soll denn dieses Weite sein, wenn es nicht Platz im Innern hat. Die alten Geschichten türmen sich himmelwärts wie Schädelpyramiden. All diese Namen und Geschicke. Ich weiß nicht einmal, was eine Großnichte sein soll. Habe es als Kind bereits abgelehnt, solches zu verstehen. Undurchschaubar dieses familiäre Gewimmel. Aber interessant, ja, sicherlich. Man braucht Spezialisten.
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