Allein die Absicht verstimmt … Ein alter Merksatz der Selbstbehauptung aus dem Tagebuch. Man kommt von selbst darauf, wenn man lebt. Er handelt von Unschuld und ihrem Gegenteil. Spiele machen keinen Spaß, wenn das Ergebnis bereits festgelegt ist. Das Passende und Angemessene soll sich aus der Gegenwart und dem lebendigen Augenblick ergeben, nicht vorgeplant, eingeplant oder manipuliert sein. Kontrolle spricht von Angst, Vertrauen spricht vom Gewährenlassen, nämlich jenem des leuchtenden Augenblicks. Soll das persönliche Leben von Angst oder von Vertrauen geführt sein. Es ist vielleicht nicht frevelhaft, Absichten zu verfolgen. Vielleicht decken sie sich mit denen des Gegenüber. Besser vielleicht sogar nicht. Man weiß nie, sagt der Volksmund. Ohne Absichten zu sein ist edel.
Klingt fast wie ein Satz aus dem I Ging. Doch beim I Ging handelt es sich um nichts Geringeres als „Das Buch der Wandlungen“, ein jahrtausendealtes Monument der chinesischen Welt- und Lebensweisheit. Ich habe mir daraus unten zu zitieren gestattet, übrigens aus durchaus unzuverlässigen Übertragungen. Die hierzulande bekannteste und offenbar noch immer stimmige stammt von dem Sinologen Richard Wilhelm (1873-1930). Das Buch der Wandlungen ist durchaus kein Orakel, auch wenn manche es so benutzen mögen.
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