Auch gehe ich davon aus, daß mein Leben ein Exempel ist.
Exempel: das aus einer Menge gleichartiger Dinge Herausgenommene. Daraus wird dann sprachgeschichtlich Muster, Vorbild, Beispiel.
Für wen denn? wäre zu fragen. Nun, das weiß ich nicht, doch immerhin für mich selbst. Ich lerne mich kennen, indem ich lebe.
Ich soll ganz ich selbst werden, das unterstelle ich. Sonst wäre es sinnlos, daß es mich gibt. Da ich jedoch existiere, werde ich „suchend streben“, was es damit auf sich haben mag.
Ein Leben ergibt sich aus dem, was man tut und was man unterläßt. Ich bin bezüglich meines weiteren Weges neugierig. Was mag mir noch geboten werden? Es war ja schon eine ganze Menge zu verstehen.
Früher warf man mir vor, ich sei unersättlich. Ja, ich mag es, Menschen kennenzulernen und zu ergründen. Manchmal unterstelle ich: Das kann doch nicht alles sein. Dieser Mensch ist für mehr gemacht.
Zudem gefällt es mir, einen Beobachterstandpunkt zu imaginieren, von dem aus das Leben sich anders darstellt. Es könnte betrachtet werden aus der Sicht eines Tragödien-, ein Komödiendichter. Daß man aus solcher Perspektive über mich lacht, käme mir recht.
Daß ich die Hauptfigur in einem Spielfilm bin, dessen Co-Regisseur ich bin, leuchtet mir gleichfalls ein. Keinesfalls kann ich alles im Griff haben. In jedem Fall geht es um ein Leben.
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