Nach der Aufregung kommt die Beruhigung. So ist es stets. Der Marder fährt in die Hühner, gerät in einen Blutrausch, tötet zwei bis drei Tiere. Die toten Hennen liegen herum, der Hahn kräht laut. Er müßte der Chef sein und solche Aufregung verhindern, doch gegen einen Marder kommt er nicht. Umso stolzer läuft er umher und reckt sein Haupt empor. Endlich ist klar, daß auf dem Boden oder der Empore drei Tote liegen und dort liegen bleiben. Räumt kein Mensch sie fort, bleiben sie dort liegen, beginnen zu stinken und werden wie auf Befehl einer höheren Gewalt nach und nach zersetzt. Für die anderen Hühner und den Hahn geht das Leben weiter. Was sollen sie tun? Der Hühnerhof ist umzäunt. Die Erinnerung an den Marder bleibt bestehen. Er könnte wiederkommen, wenn erneut vergessen würde, die Klappe zum Hühnerstall zu schließen. Die Hühnerklappe schließen, das müßte ich tun. Ich hätte es damals tun müssen, doch ich kam zu spät. Da waren die Hennen bereits tot. Deshalb schreibe ich dies auf, längst ahnt man es. – Ich dachte dann (nahm an), daß der Marder befriedigt sei nach seinem ersten und spektakulär erfolgreichen Raubzug und nicht erneut einführe in die friedliche Hühnerschar. Doch er kam zurück, wieder war es meine Schuld, und vier weitere Hennen lagen blutbesudelt am Boden des Hühnerstalls. Während ich die Hühnerklappe hätte schließen müssen, war ich noch in eigenen Lebensdingen unterwegs, hatte wichtige Verabredungen. Einmal ist ein Versehen, das zweite Mal ist es Fahrlässigkeit. Der Vater bestrafte mich nicht, als er davon erfuhr.
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