Fernhin

Ich möchte jetzt in einem Hafencafé sitzen mit Blick auf die festgemachten Schiffe und das bunte und geschäftige Treiben an den Kais. Ich möchte nur die allerkleinsten Brocken der Landessprache verstehen und mich fremd fühlen und vollkommen unzuständig. Ich möchte ein Buch vor mir liegen haben, in das ich Eintragungen in meiner Muttersprache vornehme, die mir kostbar und neu erscheint, seit ich sie nicht mehr um mich habe. Ich möchte Salbeitee trinken und in ein paar Minuten, wenn ich ausgetrunken und ausgeschrieben habe, den gastlichen Raum verlassen, um spazieren zu gehen. Die Luft wird anders riechen, nach Fisch und Tang und Meer. Ich werde durch die engen schattigen Gassen der Innenstadt schlendern und mich verloren fühlen, als sei ich von nun an und endgültig befreit von jeglicher Bedeutung. Ich möchte diesen Schrecken empfinden und bin neugierig, was ich dann tue.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Fernhin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert