Die Vorstellung ist zuende, geht

Leben in Zeiten der Unruhe und des Schreckens. Ein Beben geht durch die Gebäude und öffnet die Risse. Alte Feindschaften blühen auf wie giftige Blumen. Lebens- und Wohnrechte werden ausgekämpft. Wanderscharen suchen ihr Glück nordwärts in den Zonen des stabil-fragilen Wohlstands. Die großen Mächte schwellen die Brust und zeigen ihr tödliches Vermögen. Die Angst steigt turmhaft wie Wolken beim Gewitter, es kommt zu Entladungen der Spannung in der Ferne jenseits des Wassers, das verbindet und trennt. Mit Lichtgeschwindigkeit verkündet der Blitz seine Treffer. In den Metropolen des Informiertseins hofft man auf Feuerwehreinsätze, auch darauf, daß alles schon irgendwie wird. Die Sprecher überschlagen sich in Aufgeregtheit und schnipsen mit den Fingern. Jeder weiß was im Klassenzimmer der 1a. Derweil zieht der Zirkus durch die Stadt. Man bestaunt die Löwen und bewundert den Dompteur. Der alte Clown weint wie üblich, während er lacht. Die geduldigen Ponys ziehen im Kreis. Ein paar Mädchen turnen auf den breiten Rücken. Der Ansager bittet, die Kuppel langsam und ruhig zu verlassen, es gäbe ein technisches Problem. Draußen irren die Blicke umher. Die Vorstellung ist zuende. Das Gras unter den Schritten ist klebrig und weich.


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