Café und Bar

Am schönsten ist das Café, wenn es leer ist. Die Musik läuft, niemand mehr da. Man kann aufräumen, Gläser polieren, sich an einen der Tische setzen und den Blick genießen, den einer hat, der Gast ist in einem solchem Café. Weit entfernt scheinen die Tage und Stunden, da ich in einem Café arbeitete und mein Geld verdiente. Tagsüber spielten sie dort sogenannte klassische Musik, ab 18 Uhr Jazz. Das bekam den Gästen gut, uns als Kellnern auch. Die Musik gab eine Stilhöhe vor, die zu unterbieten kaum möglich war. Benahm sich jemand schlecht, gab es eine Ermahnung. Nach der ersten Ermahnung durfte man gehen. Nicht so schlimm, das nächste Mal bitte anders. Barleute sind konziliant. Wir trugen Krawatten und weiße Hemden, Kellnerschürzen ohne Werbeaufdruck, man konnte sich nicht mit uns anlegen. Das Frühstücksgeschäft war klebrig, die Mittagstischrennerei ein Elend, doch abends wurde es elegisch. Ich denke gern zurück an die Zeit, als ich Aushilfskellner war.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Café und Bar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert