Sie stellt sich den Wecker auf 4:00 AM, strauchelt ins Badezimmer, öffnet den Wandschrank, findet den Pillenspender, öffnet den Mund. Das wird sie stabilisieren, für eine Zeitlang wenigstens. Später soll es ausschleichen, noch später verschwunden sein. Clozapin, ein Neuroleptikum. Sie wird heimgesucht von Ängsten, hört Stimmen, kann niemandem davon erzählen – nur berichten. Geht es Ihnen besser? fragt die behandelnde Psychologin. Wir können das Medikament nach Ihren Wünschen einstellen. Schlafen Sie gut? Sie setzt sich auf den Toilettendeckel und wartet, daß die Stimmen verstummen. Das müßte gleich geschehen. Nun ist es ruhig, die Stimmen sind fort. Die anderen schlafen noch. Familie. Sie setzt sich auf das Wohnzimmerfahrrad, das nirgendwohin fährt, und tritt in die Pedalen. Draußen wird es allmählich hell. Ihre Augen sind die einer Träumerin. Am Frühstückstisch versucht sie, ein Antragsformular auszufüllen. Unmöglich. Kreuze an falschen Stellen, sie zeichnet Pfeile, streicht durch. Die Tochter soll das Formular neu ausdrucken.
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