Die Obszönität des ausgestellten halbnackten Körpers, angenagelt an ein Kreuz. Die frivole Idee eines Menschenopfers, dargebracht den Menschen. Ein Tauschhandel mit dem Allmächtigen. Die einsaugende, allesverlangende Kraft. Man hat den Geopferten verraten. Dies geschieht Jahr für Jahr, erneuert und wiederholt sich aufgrund eines Mißverständnisses. Der Blutdurst der Götter ist unermeßlich. Mir ist, als verstünden die Christen Jesus nicht. Sie nähmen ihn sonst wärmer ans Herz und vom Kreuz. Man wird entgegnen, daß mit dem Christentum die rituellen Menschenopfer endeten, jedenfalls enden sollten. Starren wir deshalb auf den aufgespannten Leichnam und seine entsetzlichen Wunden? Er sei das letzte Opfer, ein endgültiger Freikauf? Es gäbe jedoch andere Ideen, warum man den Wanderpoeten loswerden wollte. Mir ist, als hätte er sich von seinem Gott losgesagt.
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