Das Größte im Kleinsten

Seit ein paar Minuten böllern sie, als hätte wer gewonnen. Neukölln kurz nach Mitternacht. Die Abkühlung tut gut. Im kalten Winter sehnen wir uns nach Wärme, an heißen Sommertagen nach Kälte. So fassen die Jahreszeiten und Wünsche ineinander wie die Finger der Hände im Gebet oder die Wogen im Rad des Tao. Man muß nicht gläubig sein, doch alle sind es. Zu jedem Gott existiert ein Gegengott, und hieße er Nichtgott. Daß nicht einmal das Physische aus sich selbst heraus zu begreifen ist, mag frustrierend sein. Der Geist steckt bereits in der Materie, er tritt nicht erst später ordnend hinzu. Von Beginn an sind Geist und Materie untrennbar vereint. Mich tröstet das. Ein Wort wie Urknall macht lachen. Da seriöse Leute dabei einstweilen nicht lachen müssen, scheint der Nachhall des Knalls noch gehört zu werden. Was war vor dem Knall? Nietzsche sagte, Gott sei eine faustgrobe Antwort auf die Frage nach der Erschaffung der Welt und des Lebens – denn wer schuf Gott? Das reichen wir weiter an die Nachfolger, nicht Nietzsches, sondern der Idee der einen Ursache und des Anbeginns.


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