Alles untertunneln

In den USA spielen sie weiter Fußball. Weltmeisterschaft. In einer halben Stunde treten die US-Boys, wie sie auch hierzuland genannt werden, im Achtelfinale gegen Belgien in die Arena. Ihr rotgesperrter Angriffsspieler darf dank einer Sondererlaubnis des Weltfußballverbandes nach Intervention des amerikanischen Präsidenten mitspielen, das hat für Wirbel gesorgt. Daß Politik und Sport nicht getrennt sind, weiß man schon. Daß aber derart schamlos ins Regelsystem eines laufenden Sportwettbewerbs eingegriffen wird, schlägt dem Faß den Boden aus. Trump und Infantino sind das Patt und Patterchen (Pat & Patachon) des Profifußballs und der andockenden Geschäftswelt. Daß die Fifa einknickt, wenn die Mächtigen ihre Bestellungen aufgeben, verwundert allerdings wenig. Dem Trainer der amerikanischen Nationalelf wäre es nun allerdings vorbehalten, den gesperrten und nun entsperrten Stürmer gar nicht erst aufzustellen – als Antwort aus dem sportlichen Bereich des Fußballgeschäfts, gleichsam als Antwort auf eine Frage der Ehre. Wie ich lese, wird er diese Antwort nicht geben. Vielmehr findet er die einmalige Entscheidung des Verbandes wunderbar. So bleibt es einzig der belgischen Fußballnationalmannschaft überlassen, solchen Machenschaften eine Abfuhr zu erteilen, wenn auch nur symbolisch.


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