Ein bißchen ist es tröstlich, daß endlich eine vom Menschen erschaffene „Intelligenz“ der seinen Konkurrenz macht. Damit er auf seine eigentliche Intelligenz zurückverwiesen wird. Da scheint einiges zerstört zu sein. Nun wird allerdings bereits phantasiert, daß die künstliche nicht nur der natürlichen Intelligenz Grenzen aufweist, sondern erstere dafür sorgen könnte, letztere mitsamt ihrer Träger (das sind die Menschen auf Erden) zu vernichten. Haben die Entwickler schlechte Programme geschrieben? Man ist versucht, die Goethe-Ballade vom Zauberlehrling (1797) in Betracht zu ziehen – demnach warteten wir auf den Meister, der die aus dem Ruder geratenen Verhältnisse beruhigt und die Ordnung wiederherstellt. Es gibt keinen. Sind Zauberlehrlinge am Werk? Nun, sie scheinen es zu bemerken und warnen selbst vor den Folgen ihres eifrigen und aufgefütterten Tuns. Ich kenne sogar Leute, die die Meinung vertreten, die Menschen müßten „eigentlich“ vernichtet werden, um das nichtmenschliche und also bessere (unschuldigere) Leben auf dem Planeten Erde zu retten. Wir wären demnach die Pest auf Erden. Zuvor jedoch wollten „wir“ ein Virus ausrotten, das der Pest ein wenig auf die Pelle rückte. Konfuse Zeiten, verwirrte Sinne. Die armen Menschen. Man müßte sie in den Arm nehmen und trösten. Mich auch. Zu viele trostlose Nachrichten. Das sind Lähmungsschläge.
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