Gemeinsam arbeiten und arbeiten müssen

Bestlaune des Personals in Kaufhallen und Supermärkten. Edeka wirbt mit dem Slogan „Wir lieben Lebensmittel“ – besucht man den Edeka-Markt am Herrfurthplatz in Neukölln, weiß man, daß sie zusätzlich noch ihre Arbeit, Kunden und Kollegen lieben. Edeka, 1898 als Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler am Halleschen Tor in Berlin gegründet, beschäftigt mehr als dreihunderttausend Leute. Bei Lidl, 1858 in Heilbronn als Specerei- und Südfrüchten-Handlung en gros & en détail gegründet, arbeiten hundertsiebzigtausend Menschen, die schnellsten und fröhlichsten von ihnen vermutlich in der Hermannstraße, wo sie während der Arbeit munter flirten und noch schneller werden und sich noch besser gegenseitig unterstützen, wenn der Andrang groß ist und die Schlangen an den Kassen lang sind. Lidl zahlt seit Anfang Juni dieses Jahres 11,5 Euro Stundenlohn, das mag helfen. Überall in den U-Bahnen werben Firmen um Arbeitskräfte und versprechen die Mitarbeit in einem „tollen Team“. Tolle Teams entstehen, man kann sie nicht wollen, nicht schaffen. Manchmal entstehen tolle Teams, weil die Mitarbeiter unter schwierigen, sogar ungünstigen Bedingungen zusammenhalten und als eine Notgemeinschaft funktionieren. Manchmal haben Leute in den Personalabteilungen ein Gespür für Menschen. Oft sind es Zufall und Glück (Schicksalstricks), durch die die richtigen, die passenden Menschen zusammengeführt werden. „Jeder für sich ist längst verloren“ (bereits zitiert im Blogbeitrag Würde), doch gemeinsam läßt sich Großes vollbringen. Die Arbeitswelt ist ein Faszinosum eigener Art. Ich entdecke und erforsche es erst jetzt eingehender. Angenehm und bildend, nicht mehr ganz so viel mit sich selbst beschäftigt zu sein.


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