Minus eins bei plus acht

Heimweg abends, steht ein einzelner Schuh auf dem Gehweg. Frag ich ihn: Na, allein gelassen worden? Sagt er: Siehst du ja, bitte kein Mitleid, is‘ eben so, kann passieren, steh‘ ich hier eben ‚rum, is‘ ja nich‘ so kalt heute. Sag ich: Nein, heute ist es nicht so kalt. Morgen soll es noch wärmer werden. Siebzehn Grad, hörte ich soeben. Staunt der Stiefel: Siebzehn Grad, das is‘ viel, wo kommen die denn alle her? Weiß ich nicht, sage ich, müßte ich mal auf die Wetterkarte schauen. Is‘ nich‘ nötig, sagt der Stiefel, Hauptsache, is‘ nich‘ so kalt. Ich nicke. Fragt mich der Stiefel: Sag mal, blöde Frage  vielleicht, aber: willste mich nich‘ mitnehmen? Schüttele ich den Kopf: Stehen schon so viele Schuhe und Stiefel bei mir herum. Ich glaube, die werden eifersüchtig, wenn ich noch einen mitbringe, noch dazu einen, der ganz allein ist. Sagt der Stiefel: Verstehe, nichts für ungut, man kann’s ja mal probieren, wa? Ich nicke und sage: Klar, probieren kann man es.


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