Ideales Wetter (falls es das gebe kann): nicht zu warm, nicht zu kalt, sonnig und freundlich. Durch das Laubdach fallen Lichtflecken neben die Schattenpartien, das ergibt im leisen Wind ein bewegliches Bild.
Eben stellte sich die Frage (während ich Mahjongsteine paarweise zuordnete), wann das Leben seine Schmerzausteilung einstellt. Ein jeder bekommt seine Rationen, dosiert und abgestimmt auf Werte, die niemand kennt. Wir versuchen uns an Schmerzvermeidung und entgehen ihm dennoch nicht. Denn das Leben ist Schmerz. Um uns im Gleichgewicht zu halten, ist ihm die Lust beigesellt. Lust ist Schmerzerwartung, Schmerz ist Hoffnung auf Lust. Die beiden tanzen so hübsch – verstünde man sich aufs Zuschauen. Deshalb auch gilt Interesselosigkeit als ein hohes Gut der Selbstherrschaft.
Die Utopisten, so dachte es weiter, versprechen die Schmerzfreiheit in eine Zukunft, die erst noch zu schaffen sei. Was bliebe dann von der Lust? Andere versprechen Erlösung, verzichtete man freiwillig auf sie, durch tägliche Übung und fortwährende Praxis der Entsagung. So wäre das Wechselspiel oder der nicht enden wollende Tanz unterbrochen zugunsten von Gleichmut und Beständigkeit.
Die Wege des Herrn sind unergründlich, sagten sie früher und unterwarfen sich ihrem Schicksal. Doch das Schicksal verlor an Prestige, ebenso der Herr oder die Herren. Jetzt sollen wir es selbst schaffen – zumindest doch unser eigenes kleines Glück. Der Politik darf man es nicht überlassen, so viel ist klar.
Was sagt der Wind? Ein Flüstern und Wispern, das zu verstehen ich nicht begabt bin. Einige Wölkchen verschatten für diesen Augenblick die Sonne. Ein Vogelstimmchen ist zu hören. Ich verlasse den äußeren Garten, den inneren nehme ich mit.