Nicht wissen

Zuhause spreche ich mit meiner Waschmaschine. Dabei bin ich weder einsam noch verrückt. Ich habe einfach nur Lust, ihr mitzuteilen, wie sehr ich ihre Arbeit schätze. Sie schrumpelt und pumpelt tapfer und ohne zu murren vor sich hin, während ich hier sitze und über sie spreche. Neulich mußte sie geholt werden. Ihr war der Keilriemen abgesprungen. Ich habe sie vermißt. Nun ist sie wieder da und wirkt erholt. Endlich ist es mir auch gelungen, den Wasserhahn zu reparieren, damit die Wasserzufuhr gewährleistet ist. Ohne Wasser läuft sie nicht. Sie ist durstig. Ich bin auch durstig, aber ich habe keinen Schleudergang. Ich kann die Wäsche mit der Hand waschen, aber sauber wird sie auf diese Weise nicht. Das sind gute Einsichten für einen Dienstagabend. Ich frage mich aber, ob es guten Genuß bereitet, wenn man allmählich sonderbar wird.


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