Fast ein Ort

Seit ich diese Seiten schreibe, frage ich mich, was sie eigentlich sind. Mir gefiele es, sie wären ein altes Café mit Blick auf einen Hafen, in den Segelschiffe einlaufen. Unter den Platanen vor meinem Hafencafé säßen alte Frauen und Männer. Kinder spielten auf der Mole. Hunde streunten über den Platz, die Nase dicht über dem Pflaster. Außen stünden Holztische und Stühle. Meine Gäste: Zeitungsleser, Schulschwänzer, Seefahrer, Verliebte. Fremde und Freunde. Alte und Junge, Häßliche und Schöne, Gute und Schlechte. Es würde keine Musik gespielt werden, es sei denn, die Musiker kämen und brächten ihre Instrumente mit. Der in der Ecke wäre ich selbst, über Zettel gebeugt, Kaffeetasse und Wasserglas vor mir. Hin und wieder würde ich eine Schicht übernehmen. Die Leute kämen ins Café aus Gründen, die mir verborgen bleiben müssen. Sie würden gut bewirtet werden. Die Texte befänden sich in ihren Gedanken und wären dort ihrerseits zu Gast.


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Fast ein Ort

Ein Gedanke zu „Fast ein Ort“

  1. Hartmut schreibt:

    „Meine Gäste: Zeitungsleser, Schulschwänzer, Seefahrer, Verliebte.“
    Darunter möchte ich auch sein. Von allen möchte ich etwas sein und bin es auch schon irgendwann einmal gewesen …
    „Der in der Ecke wäre ich selbst, über Zettel gebeugt, Kaffeetasse und Wasserglas vor mir.“
    Bist Du das wirklich?
    Über Lord Huron schreibst Du: „Lord Huron sind gerne in Bewegung. Das gefällt mir.“
    Du bist selbst völlig in Bewegung.
    Bei der Lektüre Deiner Paralipomena habe ich nirgends die Intuition von Stillesitzen, nur von Einen-Moment-lang-stehen-Bleiben, Innehalten und Nachdenken auf einer weiten Wanderung …
    Das Abgeschlossene, sich Abschließende fehlt bei Dir völlig, das ist so schön.

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