Manche Lieder oder Stücke zünden jedesmal wieder. Sie donnern durchs Innere wie ein Schnellzug. Man lauscht ihnen lange nach. Während sie durchbrausen, die Furcht, daß die Sinne nicht gespannt genug sind, der Genuß noch vollkommener sein müßte. Etwas ist unfaßbar an diesen Meisterwerken. So ergeht es mir Jahr für Jahr mit dem Sommer. Im Frühjahr nehme ich mir vor, diesmal jeden Augenblick so intensiv wie möglich zu erleben. Damit mir nichts entgeht, ich nichts verpasse. Denn bald schon wird es wieder Herbst sein, dann rückt der Winter in die Flure und die lange Wartezeit beginnt erneut. Eine etwas verquere Sicht der Verhältnisse, ich weiß. Doch hierzulande vielleicht gar nicht selten. Hierzulande, wo wir neun Monate lang frieren. Gemäßigte Breiten, spottete Henry Miller. Leicht unterkühlte Breiten, müßte es heißen. Die machen etwas mit den Menschen. Der Sommer wird vorüberbrausen wie wie ein drei Monate langer Schnellzug, und ich werde ihm nachsehen. Das Stück, das ich so sehr liebe, ist Series of Dreams von Bob Dylan. Jetzt habe ich es einfach zweimal gehört.
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