Scarface läßt sich helfen

„Weißt du, was Kapitalismus ist? Angeschissen werden.“ Tony Montana (Al Pacino) in Scarface. Da liegt er zigarrerauchend in seinem geschmacklosen Luxus-Whirlpool und findet alles und alle zum Kotzen. Der Zuschauer weiß, daß der Zenit dieses skrupellosen Aufsteigers überschritten ist, daß seine Feinde kommen werden, um ihm die Rechnung zu präsentieren. Seine Freunde wenden sich von ihm ab. Es geht zuende. Er hat das Geld angebetet wie kein zweiter. Er hat es sich geholt, es gestapelt und gezählt. Als er endlich genug davon besitzt, kommt keine rechte Freude auf. Die Leere im Innern ist geblieben. In ihm ein tiefes schwarzes Loch. Die Liebe fehlt, sie läßt sich nicht kaufen. Der Sinn des Lebens? Hör mir auf mit einem solchen Scheiß, würde er schnauzen. Seit er am Ziel seiner Wünsche ist, nämlich stinkreich zu sein, geht es ihm richtig schlecht. Er weiß nicht, was er mit all der Kohle anstellen soll, die Wasserhähne sind bereits vergoldet. Er langweilt sich, er muß nicht mehr kämpfen. Die Leute fürchten ihn, doch sie achten ihn nicht. Er wird sich alles kaufen können, doch nicht die Anerkennung, nach der er sich sehnt. Er findet sich selbst zum Kotzen. Es wird Zeit, daß sie kommen und das Problem für ihn lösen.


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