Rückkehr nach Berlin

Im Sommer die Felder und Wälder. Die Wiesen, die Blumen, das Gras. Weicher, warmer Wind. Schafe unter einem schattenspendenden Baum. Ihre Balkenaugen. Das zarte Blöken der kleinen Lämmer, die eilig herbeigerannt kommen, wenn die Mutter sie trinken läßt. Eines ist fast schwarz und sehr wißbegierig. Es hört aufmerksam zu und sagt määh. Kinder baden im Fluß. Unter Bäumen sitzen und mit alten Freunden sprechen und trinken. Auf der Wiese wird getanzt. Die Mächen flechten sich Wildblumen ins Haar, die Jungens laden sie ein zu einer wilden Kieswegrundfahrt auf dem Kettcar. Im fernen Berlin verliert Juventus und Andrea Pirlo weint. Die Nachtigallen singen in den Obstbäumen. Sternenhimmel hoch und heilig. Die Bierbrauer laden uns ein. Ihr Bier schmeckt würzig und nach Waldbeeren. Ein Heilgetränk, stellen wir fest, gute Medizin. Ich lerne Calvin Russell kennen, ein paar Songs. Später endlich ins Bett. Seliger Schlaf des erschöpften Städters. Der Städter bin ich. Eben die Rückkehr nach Berlin. Die Stadt ist warm und lässig faul. Sie läßt gewähren. Hinter mir liegen Land und Landschaft. Ich lebe gern hier, trotz der vielen Wände. Sofort spüre ich diesen größeren Atem, dieses freiere Sein. Kein Steg, kein Fluß mit Forellen, keine Lämmer. Die alten Freunde sonstwo. Hier aber meine neueren Freunde. Wildblumen auf dem Flugfeld. Dort wachsen welche, das weiß ich. Rückkehr nach Berlin gelungen. Es ist unmöglich, überall zu sein. Stadt und Land besuchen sich gegenseitig und hochachtungsvoll. Das ist möglich und, was mich angeht, nötig.


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