Noch längst nicht die Hölle

Nachmittags vorm Kiosk, ein Betrunkener taumelt und tobt. Er beschimpft die Biersitzer auf der Schaufensterbank, er beleidigt den Besitzer, der im Dunkel des Ladens am Tresen steht. Er beleidigt sie, denn er ist beleidigt. Er brüllt: „Was ist denn das für’ne Scheiße hier? Ich will ja mit dir ein Bier trinken – und mit dir auch [zeigt auf den Sitznachbarn des Erstangesprochenen], aber ich habe kein Geld mehr. Der Arsch da drinnen gibt mir kein Bier mehr, wenn auch nur ein Cent fehlt … Ihr gebt mir ja nix. So als wär’n wir hier alle nur noch Touristen, so’n Benehmen is‘ das. Dann noch viel Spaß in der Hölle, ihr dummen Ärsche, viel Spaß in der Hölle.“ Ich hätte ihm ja schnell zehn Cent gegeben, aber er taumelte so stark, ein weiteres Bier hätte ihm den Rest gegeben, falls er den letzten Rest seines Tages nicht soeben durchlebte. Die Touristenhölle, vor der er seine Spezis warnte, haben wir hier vorerst nicht, auch wenn sie kommen mag. Ich frage mich nur, ob man das, was kommen mag, ‚Hölle‘ nennen sollte. Das ist ein sehr starkes Wort für Banalität, Ausverkauf und schlechte Sitten. Andererseits …


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