Bummel in kühlerer Abendluft entlang des Boulevards der gestrandeten Zeiten und Welten. Es dämmert, eine erste Spur des Spätsommers hängt wie ein feiner Schleier in der Luft und gibt eine Ahnung der beginnenden Wochen, die langsamer Abschied sind. Dann steht eines Tages der Herbst vor der Tür. Vor zwei Tagen habe ich den Spätsommer noch geleugnet, doch da war er auch noch nicht da. Heute ist er angekommen, der Herr Spätsommer aus der verzweigten Sippe der Jahreszeiten. Ich habe zur Begrüßung leicht genickt: „Es ist Ihre Zeit, Sie sind pünktlich.“ Er hat sich nichts anmerken lassen, sucht noch Unterschlupf, um sich in Ruhe auf die Amtsgeschäfte vorzubereiten. Er wird vorerst nicht alle Tage in Erscheinung treten. Sein großer, manchmal grausamer Bruder gibt die Herrschaft nicht von heute auf morgen ab, ist aber bereits geschwächt. „Wie lange noch?“ habe ich gefragt. „Ich bin bereit“, hat Spätsommer geantwortet, bescheiden und stolz, wie es seine Art ist. Er weiß, daß er die Ernte einfährt. Den ersten Teil der Großen Ernte, den zweiten bekommt Herbst.
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