Baudelaire schaut aus seiner Postkarte auf

So sehr Unruhe, so sehr gefesselt, so sehr Teil des Treibens – daher die Unruhe nicht bemerkend, die Fesseln nicht spürend, das Treiben übersehend. Ganz normal, wenn ’normal‘ bedeutet, daß nahezu ein jeder festhängt in den verschiedensten Voraussetzungen und Umgebungen seiner selbst. Sie (die Voraussetzungen und Umgebungen) können nicht erkannt werden, da ‚Erkennen‘ bedeutete, den zu erkennenden Raum oder die zu erforschende Situation zu verlassen, eben um sie erkennen und erforschen zu können. Ein solcher ‚Auftrag‘ ergeht jedoch nur an jene, die sich bereits distanziert haben – zunächst innerlich, später auch äußerlich. Der Auftrag kommt nicht von sonstwo, sondern aus den Kammern erfahrenen oder deutlich gefühlten Leids (wir benötigen nicht allein eigenes, wir spüren auch fremdes L). Wer weiterhin mitspielen möchte, wider besseres Wissen und Gespür, hat es schwer. Seltsame Wahl übrigens zwischen Zugehörigkeit oder Alleinsein (zeitweilig). Menschen agieren vital (lebensbejahend), in aller Regel. Sie entscheiden sich wider die Vereinzelung, suchen den Anschluß, geben geistig nach. In jedem Fall ist solche Wahl richtig und erwünscht, doch etwas murrt und rumort und wird nicht Ruhe geben das ganze weitere Leben lang. Etwas will hinein, aber soll gefälligst draußen bleiben: Die Katze ist das Gespenst der Vergeltung.


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