Schwermut zieht weiter, Bekannter winkt ab

Der erste kühlere, überwiegend bedeckte, insofern graue Spätsommertag. Ich war ein wenig vor der Tür und erkannte in ihm einen alten Bekannten. Was macht die Witterung, fragte ich. Funktioniert wieder, gab er zur Antwort und lief derart kurz angebunden an mir vorbei. Ich sah ihm nicht nach, wozu. Er erscheint demnächst öfter. Ich habe ihn vermißt, stellte ich fest. Etwa so, wie man die Tankstelle am Ortseingang oder den häßlichen Zweckbau mit den Discounter-Märkten vermißt, da sie an einem Ort namens Heimat stehen. Rückkehr aus dem Urlaub, alles noch da, alles wie gehabt: Tankstelle, Zweckbau, Parkplatz, Ampelanlage, Verkehrsinsel mit Immergrün, dazu die heimische Spezies Mensch, die sich auf Fahrbahnen und Gehwegen bewegt und auch grüßt. Darum herum die andere Landschaft, die ohne viele Menschen. Ich rief noch: Ich komme aus dem Sommer! Er winkte ab, war in Eile, interessierte sich nicht für meine Vergangenheit. Nun mache ich es mir gerade gemütlich. Bratkartoffeln brutzeln, Bob Dylan singt Tempest, eine Kerze brennt, bald darf ich die Öfen anheizen. Sommer hat sein Werk getan, hat gezeigt, was er kann. Melancholie streicht um die Häuser. Sie ist klug, weiß genau, daß ich heute nichts für sie bin.


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