Deprimierende Bilder aus Ungarn, wo eine Kamerafrau einem flüchtenden Mann mit einem Kind auf dem Arm ein Bein stellt, damit die sogenannten Sicherheitskräfte ihn stellen können. Ein Polizist hat den Mann zu halten versucht, ihn dann weiterlaufen lassen. Da streckt sie ihr Bein vor. Auf anderen Aufnahmen ist zu erkennen, daß sie nach Kindern tritt. Was geht in einer solchen Person vor? Wir erfahren, daß sie für eine TV-Station arbeitet, die einer politisch rechten Gruppierung nahe steht. Der Sender habe sie mittlerweile wegen unangemessenen Verhaltens entlassen und sehe die Angelegenheit damit als erledigt an. Die Flüchtlinge laufen kreuz und quer, es herrscht Panik, sie versuchen zu entkommen, wollen weiter und sich nicht registrieren lassen. Schreie sind zu hören, die Ordner tragen Gummiknüppel, einige von ihnen Mundschutz. Dazwischen etliche Kameraleute, mitten im Pulk aus Flüchtlingen und uniformierten Staatsbediensteten, halten drauf und filmen das Rennen und Schreien, die nackte Angst. Das Hyänische solcher Tätigkeiten. Die alte Frage kommt wieder hoch, an einen Kameramann gestellt, Jahre her: Erste Hilfe leisten oder den Verblutenden filmen? Ich kann mich nicht mehr erinnern, was der berühmte Kriegsfilmer geantwortet hat. Bezahlt wird er für seine Bilder, nicht für Menschlichkeit.
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