„Call me Ishmael. Some years ago—never mind how long precisely—having little or no money in my purse, and nothing particular to interest me on shore, I thought I would sail about a little and see the watery part of the world.“
In der Übersetzung von Wilhelm Strüver, 1927, herausgegeben von Thomas Mann, klingt das nur noch so: „Als ich vor einigen Jahren – wie lange es genau her ist, tut wenig zur Sache – so gut wie nichts in der Tasche hatte und von einem weiteren Aufenthalt auf dem Lande nichts mehr wissen wollte, kam ich auf den Gedanken, ein wenig zur See zu fahren, um die Welt des Meeres kennenzulernen.“
Der erste und entscheidende Satz wird amputiert wie Ahabs eines Bein. Mit diesem kurzen Satz, der Aufforderung, Einladung, Hinweis und Warnung zugleich ist, stellt der Erzähler sich vor. „Nenn mich Ismael.“ Wie weiter? Der gebotene Name muß reichen, um den Preis der Geschichte. Frag‘ besser nicht nach. Blödmann hält sich nicht an die Maßgabe, erntet Schweigen, plärrt herum, stampft auf. Ismael ist fort. Strüver ist tot, andere Übersetzer folgten, zuletzt ein kleiner Übersetzerkrieg zwischen Friedhelm Rathjen und Matthias Jentis oder ihren Verlagen, etliche Jahre her.
Verfilmungen: Ich sah William Hurt als Kapitän Ahab (2010) und Gregory Peck (1956). Einmal führte John Huston Regie. Der kannte das Dämonische und folgte seiner Spur, während die neuere Version Ahab zu uns heranziehen möchte und damit entfernt. Die Gewalt des neueren Ahab kann nicht einmal mehr erahnt werden. Er folgt dem Wal in die Tiefe, doch wen interessiert das? Hat man inzwischen das Böse verlernt?
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.