Heute – zu allem Überfluß – ein kleiner Zen-Anfall. Ich schrieb jeden Buchstaben eines Wortes handschriftlich so schön, als gelte ihm ein Großteil meiner Liebe und Aufmerksamkeit. Nicht nur ein Großteil, sogar noch ein bißchen mehr. Ich brachte mir nämlich in Erinnerung und erneut zu Bewußtsein, wie schäbig wir hierzulande denken und handeln. Wir erledigen die Aufgaben schnell und würdelos, um anschließend das zu tun, was wir angeblich wirklich möchten. Das nennt sich dann Arbeit oder Job oder Pflicht oder Aufgabe oder ‚Gespräch‘. Tun wir dann jenes erklärt und begehrt andere, sind wir wieder nicht bei der Sache und drei Straßenecken der Zeit weiter. Das ist lieblos, das nenne ich schäbig. Es ist das Gegenteil von Gegenwart, und es rächt sich. Nichts mehr macht Freude, viele fühlen sich ausgebrannt und leer. Mir ginge es ähnlich, kehrten nicht wieder und wieder diese wenigen, aber tief einleuchtenden Grundgedanken des Vertiefens, der Versenkung auf und leiteten mich wenigstens eine gute Zeitlang. Alle Unzufriedenheit entsteht aus diesem mangelnden Sinn für die Gegenwart und ihre Fülle. Doch möchte ich hier keineswegs predigen oder anempfehlen. Jeder kommt von selbst darauf. Es verändert augenblicklich buchstäblich alles.
Daher die Dankbarkeit allen Erlebnissen und Personen gegenüber, die unsere völlige Aufmerksamkeit einfordern und bekommen. Chackamucka.
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