Nicht allein Geduld mit sich selbst, auch Geduld mit dem Leben. Es benötigt seine Zeit, das Schöne zusammenzustellen, bis es endlich eintreffen kann, um bemerkt, begrüßt, verstanden und geliebt zu werden. Die Sonnengeschenke des September, warmes, freundliches Licht, als sei es das Ziel aller Anstrengungen, mild, gütig, süß und wohlschmeckend zu werden. Auch würzig. Leben lohnt, steht in der Broschüre, die der Selbstmörderklub überall auf den Straßen verteilt. Sie werben Mitglieder. Ziel des Vereins sei, steht geschrieben, dem Leben mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Ich meine bis heute, das Leben gegen seine Verächter verteidigen zu müssen. Als das, was es ist, nicht als das, was wir uns wünschen. Doch in dem, was ist, haben Wünsche durchaus Platz. Manche erfüllen sich sogar. Mich erstaunt zutiefst, wie gut alles paßt: zum Beispiel das Gute zum Schönen. Oder zwei Menschen, die sich begegnen. Ob das Leben es nötig hat, sich verteidigen zu lassen, glaube ich kaum. Ich habe es nötig, denn Worte sind mir wichtig. So schnell ist ein Leben fort. Das kann man doch wissen. Mich erstaunt, daß nicht mehr Menschen auf den Straßen und Plätzen tanzen.
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