Vierhundertster Eintrag auf diesen Seiten seit Beginn der Reiseaufzeichnungen am 6. März dieses Jahres. Was tue ich hier eigentlich? Ich könnte Antworten geben, doch befriedigen sie mich nicht. 1. Ich stelle mich dar. 2. Ich lade ein. 3. Ich möchte meinen Senf auf ausgewählte Würste streichen. 4. Ich möchte gehört und gelesen werden. 5. Ich entleere und entlaste mich. 6. Ich kommuniziere auf eine etwas einseitige Weise. 7. Ich entblöße mich. 8. Ich betreibe Fingerübungen und gebe Tonproben. 9. Ich möchte angeben. 10. Es ist ein Spiel mit mir selbst vor Zuschauern.
Niemand muß diese Seite besuchen. Warum fühle ich mich schuldig, wenn ich etwas anbiete als Geschenk, das zu erbringen mit jedesmal Freude bereitet? Das ist absurd. Menschen möchten teilen und sich mitteilen. Das war so, das ist so, das bleibt so. Und jetzt zitiere ich in eigener Sache den irren Österreicher, der mich jedesmal anschreit, wenn wir uns sehen. Er schreit: „Nur Idioten kennen keine Selbstzweifel, erstens. Du bist ein Autor, und was für einer, und du gehörst veröffentlicht und gehört, zweitens. Und wenn du dich nicht bald dazu durchringst, die Welt mit deinen wunderschönen Texten zu beglücken, haue ich dir eine in die Goschen, so.“ Dann nimmt er einen tiefen Zug aus der Zigarette, die einen langen Aschestab gebildet hat, so viel redet (brüllt) er, nur damit ich einmal etwas verstehe. Er sieht mich wild an, als müsse ich nun auf die Hörner. Er hat auch gebrüllt: „Andere haben nicht halb soviel Talent wie du und senden auf allen Kanälen, sind überall, kassieren ab und nerven. Aber der werte Herr Tegtmeyer ist sich zu fein … Du mußt schreiben, das ist deine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, basta.“
Beim letzten Treffen sprachen wir über die Arena. Ich sagte ihm, ich hätte mittlerweile eingesehen, daß der entscheidende letzte Schritt der in die Arena sei. (Musik dazu: Gang Starr, Step in the Arena) (Ich lüge nicht, habe das wirklich verstanden.) Hat man die Arena nicht betreten, bevorratet man sich und trainiert für einen Kampf, den man niemals kämpfen wird. Das ist nicht tapfer, das ist feige. Die Feigen haben tausend Entschuldigungen parat, und sicher sind sie sehr sensibel und erschrecken leicht. Aber die Sache wird in der Arena ausgetragen, es sei denn, man kritzelt nur für sich selbst. Ich habe ewige Zeiten nur für mich selbst gekritzelt. Das ändere ich gerade, ob ich nun muß oder nicht. Ich will das exakt so.
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Bravo!
Heraus mit Dir, mein Freund 🙂 !