Rechnen und verlieren

Daß eine Heilung bezahlbar ist und bezahlt werden soll. Wir werden das Späteren erklären müssen, denn sie werden es nicht von selbst oder sich aus verstehen. Daß jemand gibt, ohne dafür zu nehmen, ist nahezu unbegreifbar geworden. Wir stecken fest in Milchmädchenrechnungen. Sie (die Rechnungen, nicht die Milchmädchen) sind ärmlich und offenbaren einen Abgrund an Mißtrauen und Not. Irrsinnige feilschen um drei Achtel eines abgelaufenen Restes von Wirklichkeit. Der Markt frißt sich voll, alles ist ausgepreist. Wir preisen unsere Leistungen und Vermögen und Machenschaften und erzählen Lebensläufe als Erfolgsgeschichten. Skelettös. Stanford! Von Anfang an da und auf die Welt gekommen, um in dieser blöden Firma zu dienen und Bonuszahlungen einzuheimsen. Wir sind Kläglinge schlimmen Handelns und Nichthandelns. Man wird später auf uns herabsehen, wir nehmen das in Kauf. Who cares? Scheiß auf die Zukunft, denn wenn sie eintrifft, sind wir alle tot. Doch zum Anfang zurück: Wer Geld dafür verlangt, daß er wirklich und wirksam heilt, ist verloren. Man darf es geben oder hinlegen oder spenden, doch für Heilung kann nicht bezahlt werden. Es gibt keinen angemessenen Gegen- oder Zahlenwert dafür, ebenso wenig wie für ein Kunstwerk – allenfalls einen symbolischen. Der Unterschied ist wichtig.


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