Einige sitzen, andere schlendern umher. Manche befinden sich im Gespräch. Ein paar sind eingenickt und atmen etwas lauter. An den Fenstern stehen die, die aus dem Fenster sehen möchten: Blick auf eine Parklandschaft, Spaziergänger darin, Hunde und Pferde sogar. Am Rande des Parks stehen Häuser, weiter hinten sieht man die rauchenden Schlote einer Fabrik. Einer brabbelt vor sich hin und wippt mit dem Oberkörper vor und zurück. Hört man genau hin, sagt er: „Wirklichkeit, was wirklich ist, ist Wirklichkeit“. Doch hier im Innenraum traut niemand seinen Ohren. „Alles ist möglich“, sagt die Frau am Fenster zu dem Mann, der neben ihr steht. „Ja, das habe ich gehört“, sagt er. „Es soll möglich sein.“ Die Frau lächelt und deutet nach draußen: „Die da, die haben es gewagt.“ Er senkt den Blick: „Ja, das haben sie. Wenn man doch bloß wüßte, ob sie glücklich sind.“ Sie sieht ihn von der Seite an: „Glücklicher als – wir?“ Er nickt still. Sie sagt etwas überstürzt: „Man müßte es probieren.“ Und bereut sogleich ihren Überschwang. Er nickt und sagt: „Ja, müßte man.“ Nach einer Weile: „Aber hier ist es auch schön.“ „Auch schön“, wiederholt sie. „Was hat uns so –, uns so – gemacht?“ fragt sie dann und dreht sich in den Raum, der ein großer Saal ist mit Platz für unendlich viele Menschen. „So mutlos?“ fragt er. „Wollten Sie das sagen?“ „Ja, so mutlos, so zerbrochen, so fast ohne Hoffnung.“ Er überlegt einen Moment, sagt dann: „Man hat uns Angst gemacht, das ist alles.“ Sie sieht ihn an: „Angst, hm, ja, aber wovor?“ „Vor dem Leben“, sagt er ohne zu überlegen. Beide gehen nun zur Essenausgabe. Es gibt Curry-Reis mit Tofu. Als sie nebeneinander sitzen, fragt sie: „Dies hier ist demnach nicht Leben?“ „Nein, dies ist nicht Leben, da man nichts falsch machen kann.“ Beide lächeln und kauen und schauen hinaus.
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Dieses Traumbild ist nicht nur surreal, sondern absurd. Die – zumindest vordergründig behaupteten – Gegensätze fehlen. Möglicherweise kehrt sich die explizite Bewertung sogar um. Es ist nicht einzusehen, warum eine Parklandschaft mit Spaziergängern, Hunden, Pferden, Häusern und einer Fabrik mehr an „Leben“ darstellen sollte als ein geordnetes Inneres in guter Gesellschaft. Ob es draußen besser ist und die Menschen dort glücklicher sind, bleibt völlig in der Schwebe. Ist das, was als Bild der Außenwelt durch die Scheibe empfangen wird, überhaupt real?