Sehe ich sogenannten Geisteskranken in Spielfilmen zu, denke ich nach recht kurzer Zeit: Das bin ja ich. Gut, ich zapple nicht (oder nur kurz und unauffällig), ich zucke nicht (nur mein eines Auge nach dreißig Stunden ohne Schlaf), ich stammle nicht (außer in großer Verlegenheit), ich schreie nicht (nur innerlich, und zwar sehr laut). Man merkt mir nichts an. Ich weiß, wie es läuft: das Geschäft, das Schauspiel, die Maskerade. Alle anderen wissen es auch. Ich erkenne das an ihren Gesichtern. Das Vorgegebene ist nicht das Wirkliche, obwohl es wirksam scheint. Dahinter liegt in nahem Abstand die tatsächliche Macht, sofern sie nicht ihrerseits nur vorgeschoben ist, um eine noch größere Macht zu vertreten. Zwiebelschale, russische Puppe. Ich weiß, daß die Mogelei real ist. Viele lächeln und sprechen freundlich und muntern sich und andere auf, doch insgeheim sind sie unfaßbar traurig und bluten ganz allmählich aus, wenn man sie nicht verbindet. So sind wir die Sogenannten in einer wirklichen Welt, aber ich sage das nicht, damit irgendwer traurig wird. Traurig wird man nicht, man ist es bereits. Das ist keine Krankheit.
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Die meisten wissen es bereits, doch sie trauen sich nicht, dies zuzugeben. Die denken, man traue es ihnen nicht zu (eigentlich trauen sie selbst es sich nicht zu, denn darum geht es letztlich)… Doch ob sie verbunden werden wollen oder selbst versuchen, sich zu verbinden, das müssen sie nun wirklich selbst entscheiden. Ob man es ihnen zutraut oder nicht.