Dezember-Blues

In einigen Wochen beginnt ein neues Jahr. Die Chinesen erwarten das Jahr des Feueraffen. Die Jahre sind die faktengenauen Unterkapitel des Lebens untereinander. Oder sie sind Fächer im Zeitregal, in die zu stellen ist, was einst geschah. Keine Ahnung, was die Zukunft bringt. Sie selbst tut ja nichts dazu, ist genauso ahnungslos wie wir. Ich nannte sie einmal die Jungfrau, mit der jeder ins Bett möchte. Sie ist weiß wie nichts, doch dann treten wir in sie ein und hinterlassen die üblichen Spuren. Das geschieht stündlich, insofern sind die Sprünge in ein neues Unterkapitel oder die Fächerwechsel im Zeitregal eher dazu gut, daß einmal etwas endet. Denn das muß es. Gäbe es kein Ende, würden wir alle verrückt werden. Wir sind so bereits verrückt genug und widersinnig mit all diesem Blödsinn namens Politik und Konkurrenzwirtschaft. Es gibt gute Gründe, dermaleinst in die Wälder zu ziehen. In irgendwelche Wälder abseits vom Schuß. Jetzt erstmal über die zusammengetackerten Weihnachtsmärkte, dann an den Wühltisch, später in die Kirche, paar Lieder singen und beten. Gott interessiert sich dafür nicht. Doch was weiß ich schon.


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