Indianergeschichten für Kinder

Warum die Indianer? Was an ihnen ist derart beispielhaft, daß ihre Vernichtung, ihr Sterben, ihr Untergang, ihre unfaßbare Verlorenheit in den Weiten der amerikanischen Landschaft, in der die Administration Flächen für sie auswies und reservierte, ein paar Europäer bis heute nicht losläßt? Indianergeschichten mögen beigetragen haben, ebenso wie Vorstellungen vom edlen Wilden, die eine Zivilisation inspirierten, die sich als alt und verdorben begriff. Rousseau und die Folgen. Die Ursprungsnähe der Naturvölker. Als begegne man den Ahnen. Geisterhafte Nähe und Anwesenheit, schwer zu ertragen. Beängstigende Rituale und Zeremonien. Wo war Gott in jenen Landschaften der Ur- und Vorzeit? Gottes vergessene Kinder? Dann kamen die Europäer und brachten ihn heran, nebst ihren Wünschen und ihrer Gier auf ein neues und besseres Leben. Ich halte die Indianer Nordamerikas für die Opfer europäischen Denkens und Handelns und finde es unfaßbar naiv, jene Grausamkeit den Bewohnern des neuen Kontinents in die Schuhe zu schieben und zu behaupten, es handle sich dabei um ein amerikanisches Problem. Vermutlich starben die Indianer stellvertretend, betrachtet man die Sache symbolisch. Ein Krieg gegen die eigene Herkunft aus der Wildnis und den Gesetzen und Zwängen der Natur. In uns wurde etwas getötet. Deshalb verstehen die Kinder besser, denn auch sie werden zivilisiert.


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