Seltsame Wirkung eines Medikaments, das bei Erkältung dafür sorgt, daß man sich nicht schlecht fühlt, und ein paar der Symptome für eine gewisse Zeit unterdrückt. Auf diese Weise machen sich Leute fit für Beruf, Auftritt oder eine andere Verpflichtung, und sei es eine des Herzens. Ich habe das rezeptfreie Zeug zu mir genommen und heute recht gut funktioniert. Der Arbeitstag ist vollbracht, doch ich weiß nicht, wo ich stehe. Etwas stimmt nicht: es rumort in mir, doch wird mir vorenthalten, was es ist. Ich gehe, sitze, fühle, denke, spreche, schweige wie gedopt. Ich vernehme die Menschen um mich: wie sie agieren und sich mitteilen, doch bin ich sehr weit entfernt, selbst wenn ich neben ihnen sitze, stehe oder gehe. Ich weiß exakt, wovon heute die Rede war. Doch es fand statt irgendwo außerhalb meiner, sehr weit entfernt außerhalb der Grenzen meines inneren und äußeren Seins. Ein Unwirklichkeitsmoment, visionsfrei nüchtern, laborkalt, angstfrei. Kein Trip. Da haben sich ein paar Aspirin-Zuständige etwas ausgedacht. Eine biochemische Kombination für Menschen, die nicht krank werden dürfen und sich nicht so fühlen wollen. Ein Dopingmittel (leistungssteigernd) für Leistungsträger der zuverlässigen Art, gesetztestreu, berechenbar und sonstwas. Vielleicht ist dieser Beitrag konfus und gewissermaßen idiotisch. Ich kann das nicht ausschließen, denn ich habe diese Durchhaltekomplexmischung von Aspirin genommen, um vor Weihnachten einen weiteren Arbeitstag aus mir herauszupressen.
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